Artistic Research / Künstlerische Forschung

Meine künstlerische Forschung untersucht verkörperte Formen von Sorge, Erschöpfung und sozialer Reproduktion. Ausgangspunkt ist die Erfahrung von Care‑Arbeit als gesellschaftlich strukturierte, affektive und körperlich wirksame Praxis, die sich in Prozessen der Sorge, Überlastung und Regeneration manifestiert.

Im Zentrum steht die Frage, wie Erschöpfung als verkörpertes Phänomen erfahrbar, reflektierbar und transformierbar gemacht werden kann – nicht nur als individuelles Erleben, sondern als Resultat gesellschaftlich strukturierter Bedingungen. Dabei arbeite ich entlang von Ansätzen der Care‑Ethik, feministischer Theorie sozialer Reproduktion und verkörpertem Wissen.
Meine Forschung verbindet prozessbasierte künstlerische Praxis mit reflexiver Methodik: In kollaborativen, körperbasierten Formaten mit Sorgeverantwortlichen werden ästhetische Versuchsanordnungen entwickelt, die Care als kollektive Erfahrung zugänglich machen. Diese Formate dienen zugleich als Forschungsfeld: sie generieren Wissen darüber, wie Sorge, Erschöpfung und Regeneration erlebt, geteilt und kommuniziert werden.
Die entwickelte Praxis versteht sich als Beitrag zu aktuellen Diskursen über Care, verkörperte Erfahrung und soziale Reproduktion, indem sie ästhetische Formate als epistemische Werkzeuge einsetzt, die über konventionelle Formen von Wissen hinausgehen und kollektive Perspektiven auf strukturelle Überlastung sichtbar machen.